Nähvokabular

1. Rechts auf rechts

  • Lege die Stoffteile mit den rechten, also den später sichtbaren Stoffseiten, aufeinander.
  • Die rechte Stoffseite ist die Seite, die bei einem fertigen Kleidungsstück nach außen zeigt – also die sichtbare bzw. „schöne“ Seite des Stoffes.
  • Die linke Stoffseite ist die Rückseite des Stoffes.
  • Wenn du die Stoffteile rechts auf rechts zusammennähst, liegt die Naht nach dem Wenden auf der Innenseite des Kleidungsstücks.

Tipp: Stecke die Stoffteile sorgfältig zusammen, damit die Kanten beim Nähen genau aufeinanderliegen.

2. Nahtlinie

  • Die Nahtlinie bezeichnet die Linie, auf der du die Naht nähst.
  • Sie wird in der Regel durch die Nahtzugabe bestimmt. Bei einer Nahtzugabe von beispielsweise 1 cm nähst du 1 cm von der Stoffkante entfernt.
  • Die Nahtlinie bestimmt maßgeblich die endgültige Form und Größe des Kleidungsstücks.

Warum diese Technik verwendet wird: Präzises Nähen entlang der Nahtlinie sorgt dafür, dass die einzelnen Schnittteile korrekt aufeinandertreffen und das fertige Kleidungsstück die gewünschte Passform und Silhouette erhält.

Tipp: Nutze Markierungen, die Führungslinien deiner Nähmaschine oder einen Nahtlinienführer, um einen gleichmäßigen Abstand einzuhalten.

3. Nahtschatten

Der Nahtschatten ist die kleine Vertiefung bzw. Linie, die dort entsteht, wo zwei Stoffteile aufeinandertreffen und zusammengenäht sind.

  • Beim Absteppen im Nahtschatten nähst du so dicht wie möglich entlang dieser Vertiefung, meist direkt auf der Seite der Nahtzugabe.
  • Diese Technik wird unter anderem beim Absteppen, bei bestimmten Formen des Untersteppens und beim Quilten eingesetzt, um Stofflagen flach und sauber zu halten.

Tipp: Stell dir den Nahtschatten wie ein kleines Tal zwischen den beiden erhöhten Stoffkanten vor – er dient als natürliche Führung für deine Naht.

4. Untersteppen

  • Bügle oder lege die Nahtzugabe von der später sichtbaren Stoffseite weg, in Richtung Futter bzw. Beleg.
  • Steppe den Nahtzugabenbereich knapp neben der Naht ab, möglichst dicht an der eigentlichen Nahtlinie.

Warum diese Technik verwendet wird: Untersteppen verhindert, dass Futter oder Beleg nach außen rollt, und sorgt für eine saubere, professionelle Kante.

5. Einschneiden der Nahtzugabe

Beim Einschneiden der Nahtzugabe werden kleine Schnitte in die Nahtzugabe gesetzt, damit sich der Stoff besser legt – besonders bei Rundungen und Ecken.

  • Setze kurze Einschnitte senkrecht zur Nahtlinie und stoppe knapp vor der Naht.
  • Dadurch kann sich die Nahtzugabe entspannen bzw. auseinanderziehen, wenn das Stoffteil gewendet wird.

Warum diese Technik verwendet wird: Das Einschneiden verhindert, dass sich der Stoff an Rundungen und Kanten verzieht oder Falten wirft, und sorgt für ein glattes, sauberes Ergebnis.

Tipp: Schneide vorsichtig und möglichst gleichmäßig ein. Achte unbedingt darauf, die Naht nicht zu durchtrennen, da dies die Naht schwächen kann.

6. Abnäher

Einen Abnäher schließen bedeutet, entlang der markierten Abnäherlinien zu nähen, um den Stoff zu formen und die gewünschte Passform des Kleidungsstücks zu erhalten.

  • Lege den Stoff rechts auf rechts und bringe die beiden Abnäherschenkel genau aufeinander.
  • Stecke den Abnäher fest und achte darauf, dass die markierten Linien exakt übereinstimmen. 
  • Nähe von der breiten Öffnung des Abnähers in Richtung Abnäherspitze. Folge dabei der markierten Linie möglichst genau.
  • An der Abnäherspitze solltest du die Naht allmählich auslaufen lassen, anstatt abrupt zu stoppen.

Warum diese Technik verwendet wird: Abnäher formen das Kleidungsstück entsprechend der Körperkonturen. Sie sorgen für eine körpernahe Passform und lassen den Stoff der gewünschten Silhouette folgen.

Tipp: Nähe an der Abnäherspitze noch einige Stiche über die Stoffkante hinaus. Dadurch verzwirnen sich Ober- und Unterfaden und die Naht wird sicher fixiert, ohne dass ein dicker Knoten entsteht.

7. Kräuselstiche

  • Nähe innerhalb der Nahtzugabe zwei Reihen mit langen Geradstichen und lasse an beiden Enden längere Fadenenden stehen. Die beiden Reihen sollten parallel zueinander verlaufen, wobei eine Reihe etwas näher an der Nahtlinie und die zweite etwas weiter innen liegt.
  • Ziehe vorsichtig an den Unterfäden, um den Stoff auf die gewünschte Länge zu kräuseln. Verteile die Kräuselung gleichmäßig und fixiere die Fadenenden, bevor du die Naht schließt.
  • Zwei parallele Nahtreihen sorgen dafür, dass die Kräuselung gleichmäßig bleibt und sich der Stoff nicht verdreht oder ungewollte Falten bildet.

Tipp: Verriegle die Kräuselstiche weder am Anfang noch am Ende. Verwende eine lange Stichlänge und ziehe die Fäden langsam und gleichmäßig, damit sie nicht reißen.

8. Schrägband

Schrägband ist ein Stoffstreifen, der schräg zum Fadenlauf zugeschnitten wird. Durch den diagonalen Fadenlauf ist es leicht dehnbar und lässt sich besonders gut um Rundungen und geschwungene Kanten legen. Es wird häufig verwendet, um offene Stoffkanten sauber zu versäubern und gleichzeitig eine dekorative, hochwertige Kante zu schaffen.

So bringst du Schrägband an:

  • Falte das Schrägband auseinander und lege die offene Kante an die offene Kante der linken Stoffseite.
  • Nähe entlang der ersten Faltlinie des Schrägbands, um es am Stoff zu befestigen.
  • Falte das Schrägband über die offene Stoffkante und die gerade genähte Naht auf die gegenüberliegende Stoffseite.
  • Fixiere das Schrägband anschließend mit einer Steppnaht knapp entlang der inneren Faltkante.

Tipp: Stell dir Schrägband als eine Art „Stoffhülle“ für eine offene Kante vor. Es umschließt die unfertige Stoffkante vollständig und sorgt auf beiden Seiten des Kleidungsstücks für einen sauberen und langlebigen Abschluss.

9. Kantensteppnaht entlang der Naht

Kantensteppen bedeutet, eine Naht sehr dicht neben einer bereits vorhandenen Naht abzusteppen – meist auf der fertigen, sichtbaren Seite des Kleidungsstücks.

  • Nähe etwa 1–2 mm von der Nahtlinie entfernt und halte den Abstand über die gesamte Strecke gleichmäßig ein.
  • Nähe dabei durch die darunterliegende Nahtzugabe, damit diese flach liegt und sicher fixiert wird.
  • Folge der vorhandenen Nahtlinie besonders an Rundungen und Ecken sorgfältig.

Warum diese Technik verwendet wird: Kantensteppen hält die Nahtzugabe flach und an ihrem Platz und sorgt gleichzeitig für eine saubere, definierte Optik auf der Außenseite des Kleidungsstücks. Außerdem verleiht es dem Kleidungsstück etwas Struktur und einen professionellen Look.